Fellfarben bei der Französischen Bulldogge

"Der Mensch als "Augentier" beurteilt sein Gegenüber zuerst einmal nach dem Aussehen - ob er möchte oder nicht. Die Farbe eines Hundes spielte also schon immer eine Rolle".

 

Ich möchte hier nicht auf jeden einzelnen Lokus eingehen, dafür gibt es schon sehr viele Seiten im Internet.

Hier geht es ausschließlich um die Fellfarbe und Gesundheit. 

 

Im Internet, in Foren und bei vielen anderen Gruppen wird viel über die Farben diskutiert. Jemand hat gehört das Grundsätzlich alle Farbigen Bulldoggen krank sind und man nur einen Standard Bulldog kaufen soll. Und ihr wisst alle wie das ist, jemand hat einen kranken Hund, der andere erzählt das liegt an der Farbe und schon ist ein Gerücht im Umlauf. Da ich seit 2011 regelmäßig Seminare besuche u.a. auch Genetik Seminare bei Laboklin, möchte ich euch hier aufklären


Weißscheckung :

Weisheit :

"Ein weißer Fuß, kauf ihn.

Zwei weiße Füße, probier ihn.

 Drei weiße Füße, sei auf der Hut.

                                                Vier weiße Füße, geh an ihm vorbei."

 

Bei verschiedenen Rassen soll eine begrenzte Weißscheckung mit erhöhter Fruchtbarkeit verbunden sein. Große depigmentierte Bereiche jedoch sollen mit schweren neurologischen Problemen in Verbindung stehen. Sie sollen schwieriger im Umgang und nervöser sein. Inwieweit die Pigmentierung sogar Einfluss auf die Lebensdauer eines Hundes hat, ist nicht hinreichend erforscht, auch wenn es bereits eine erste Studie zu dem Thema gibt.

 

Taubheit :

Wissenschaftliche Untersuchungen haben bestätigt das die Weißscheckung mit erblicher Taubheit vergesellschaftet sein kann, vor allem, wenn die unpigmentierten Bereiche sich auch über den Kopf ausdehnen. Der Grund : Die Reizübertragung des Gehörs ist unter anderem an das Vorhandensein bestimmter Pigmentzellen im Bereich der so genannten Stria vascularis des Innenohrs gebunden. Daraus lässt sich ableiten, dass extrem gescheckte Hunde mit Farbplatten (Kopf) ein geringeres Taubheitsrisiko besitzen als extrem gescheckte Hunde ohne Farbplatten. Blaue Augen bei extrem gescheckten Hunden hingegen stehen für ein erhöhtes Taubheitsrisiko. 

 

Zitat :

" Wer auf weiße Köpfe und blaue Augen selektiert, selektiert auf Taubheit".

 

Fazit :

Die Zucht mit dem Scheckungsfaktor sollte besonders sorgfältig erfolgen; es dürfen nur Extremschecken mit

beidseits intaktem Hörvermögen zur Zucht gelangen.

 

 

Blue / Blau 

Die Dilution (Blauverdünnung) bewirkt sehr auffällige Fellfarben. Sie kommt nicht nur beim Hund, sondern auch bei anderen Säugetieren wie Katzen, Kaninchen und Vögel vor. Dilution bedeutet "Verdünnung". Gemeint ist die Verdünnung von schwarzen zu blauen Pigment. 

Nicht alleine die Verdünnung ist ausschlaggebend für eine Krankheit. Was viele nicht wissen ist, dass ein weiterer Faktor eine große Rolle spielt ob ein blauer Hund erkrankt oder nicht. Deshalb sollte man bewusst seine Hunde verpaaren und vorher beide Elterntiere auf CMA testen lassen um ausschließen zu können das Welpen erkranken.

 

Was ist CMA ?

Die Bezeichnung dieser Krankheit nennt sich Colour Mutant Alopecia. Sie ist für den Transport der Melanosomen (Pigmentzellen) über die Dentriten (Zelltypen) in die Haare und die Keratinozyten (Hormon bildende Zellen) gestört. Die Pigmente können nicht regulär ins Haar weiter transportiert werden. In Folge kommt es zu einer Ansammlung verklumpter "Makromelanosomen" (Pigmentzellen der Haut). CMA tritt meist im Laufe des ersten Lebensjahres auf. Kämmen, Bürsten und Groomen kann den Prozess beschleunigen. Es kommt zu Haarausfall und Entzündungen. Eine Heilung gibt es nicht aber mit Medikamenten kann man die Entzündungen behandeln.

 

Fazit :

Nicht jeder blaue Hund leidet an CMA aber ein Hund der an CMA erkrankt ist, leidet.

 

 

 

 

 

 

 

Merle

Das Merle Gen ist das umstrittenste Fellfarben Gen beim Hund. Es erzeugt im mischerbigen Genotyp reizvolle Fellzeichnungen, kann aber im reinerbigen Genotyp mit schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergehen. Merke :

verpaare nicht Merle mit Merle (Qualzucht nach deutschem Tierschutzrecht §11b), Merle mit Weißschecke, Merle mit weiß, Merle mit Creme denn diese Verpaarungen können zu schweren gesundheitlichen Einschränkungen führen. Züchter müssen darauf achten ob ihr Zuchthund evtl. Merle tragen könnte. Hier hilft ein Test um Merle bestimmen zu können.

 

Fazit :

Achtet man bei der Zucht nicht auf die Genetik des Zuchtpartners können schwere Fehlentwicklungen der Sinneszellen auftreten. Auch eine Taubheit, ein - beidseitig, Missbildungen von Körper und Augen.

 

Die Zucht mit einem Merle Partner muss daher gut durchdacht und erforscht werden. In den Ahnentafeln kann man schon viel nachlesen aber ich empfehle immer noch zusätzlich einen Test zu machen und auch den Zuchtpartner testen zu lassen.

Bei weiteren Fragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung